Unserer Auße­nar­beit­splätze der Kurpfalz-​Werkstatt

Seit April 2016 bin ich nun, neben meiner Funk­tion als Grup­pen­leiter im Berufs­bil­dungs­bere­ich, zusät­zlich noch als Job Coach für die Kurpfalz-​Werkstatt tätig. Mein Ziel ist es, Men­schen mit Behin­derung in ein Prak­tikum zur Erprobung in die ver­schieden­sten Arbeits­felder des ersten Arbeits­mark­tes zu ver­mit­teln und sie bei pos­i­tivem Prak­tikumsver­lauf auf ihrem weit­eren Weg in das Arbeit­sleben auf einem aus­ge­lagerten Arbeit­splatz bei Fir­men auf dem ersten Arbeits­markt weit­er­hin gezielt vorzu­bere­iten und zu unter­stützen. Hierzu gehört als allererstes die Akquise, das heißt, ich nehme mit Betrieben Kon­takt auf und sofern eine Möglichkeit für ein Prak­tikum oder Auße­nar­beit­splatz besteht, stelle ich mich diesen in einem per­sön­lichen Gespräch vor und erläutere Ihnen das Arbeiten mit Men­schen mit Behin­derung sowie das Konzept der Kurpfalz-​Werkstatt Wies­loch. Danach erstelle ich mit den Beschäftigten unserer Werk­statt ein aus­führliches Bewer­ber­pro­fil und bere­ite im Berufs­bil­dungs­bere­ich den Beschäftigten indi­vidu­ell und gezielt auf die Anforderun­gen im Prak­tikum vor. Damit sich der Betrieb gle­ich einen ersten Ein­druck von unserem Beschäftigten ver­schaf­fen kann, geben wir die Bewer­bung­sun­ter­la­gen gerne immer per­sön­lich ab, damit hier schon ein­mal ein erstes gegen­seit­iges Ken­nen­ler­nen gegeben ist und somit auch gle­ich die weit­ere Vorge­hensweise für das Prak­tikum besprochen wer­den kann. In der Regel begin­nen wir zuerst mit einem Hos­pi­ta­tion­stag um festzustellen ob die Tätigkeits­bere­iche in dem unsere Beschäftigten arbeiten wollen, soweit passen. Sind unsere Beschäftigten dann in einem Prak­tikum (dieses unter­schei­det sich zwis­chen einem Ori­en­tierung­sprak­tikum welches bis zu zwei Wochen geht und einem Langzeit­prak­tikum was bis zu 3 Monaten andauern kann) übernehme ich in der Regel immer ein­mal in der Woche, je nach Bedarf auch an mehreren Tagen, die Prak­tikums­be­gleitung im Betrieb, um hier­bei, wenn nötig, unseren Beschäftigten im 1:1 Job­coach­ing unter­stützend zur Seite zu ste­hen, die Arbeitswoche zu reflek­tieren und Fra­gen oder Prob­leme welche aufge­treten sind, direkt vor Ort mit ihren Vorge­set­zten zu besprechen. Seit meinem Beginn als Job Coach wurde bisher mit 24 Fir­men in den ver­schieden­sten Tätigkeits­feldern Koop­er­a­tio­nen geschlossen. Diese Fir­men kön­nen sich konkret vorstellen mit Men­schen mit Behin­derung zusam­men­zuar­beiten. Da ich sehr oft auf unsere Beschäftigten, welche aktuell außer­halb der Werk­statt beschäftigt sind, ange­sprochen werde, was Sie denn dort für Tätigkeiten ausüben müssen, möchte ich Ihnen die Beschäftigten, welche aktuell auf einem Auße­nar­beit­splatz beschäftigt sind, samt ihren Auf­gaben vorstellen.

Mit fre­undlichen Grüßen
Timo Hof­mann

Daniel F. (im Auf­trag der Firma Medirest in einer hei­del­berger Klinik)
Seit fast zwei Jahre arbeitet Daniel nun schon im Kranken­haus der Kliniken Schmieder in Hei­del­berg. Zuerst absolvierte er ein mehrwöchiges Prak­tikum, das so gut ver­laufen ist, dass wir Daniel einen aus­ge­lagerten Arbeit­splatz ver­schaf­fen kon­nten. Hier­bei arbeitet er nun von Mon­tag bis Fre­itag, 39 Stun­den in der Woche. Seine Auf­gaben sind sehr vielfältig. Daniel por­tion­iert die Teller für das Früh­stück und das Mit­tagessen und bringt diese mit einem Roll­wa­gen auf die vorge­se­henen Sta­tio­nen. Nach dem Mit­tagessen übern­immt Daniel Spül– und Reini­gungsar­beiten in der Küche. Um sich an die vorgegeben Zeiten der Arbeitsabläufe zu hal­ten, haben wir Daniel einen bildlich dargestell­ten Tätigkeit­s­plan erstellt, nach dem er sich immer ori­en­tieren kann. Mit Daniels Anleiter haben wir einen super Ansprech­part­ner der sowohl mit uns als auch mit Daniel im regelmäßi­gen Aus­tausch für Verbesserun­gen und gemein­same Reflex­io­nen steht. Herr Albrecht und sein Küchen­team sind sehr zufrieden mit Daniel, er hat in seiner Zeit in der Klinik große Fortschritte gemacht und kann hier­bei zum größten Teil selb­st­ständig arbeiten. Es ist nun geplant, dass für Daniel im Rah­men der Erweiterung und des Aus­baus der Klinik eine Stelle gemäß seinen Fähigkeiten geschaf­fen wird und er dann eine Fes­tanstel­lung bekommt. Hier­bei sind wir bere­its seit eini­gen Monaten mit der Klinikleitung und dem Inte­gra­tions­di­enst in pos­i­tiven Gesprächen, ich bin sehr opti­mistisch ges­timmt, dass dies für das erste Quar­tal im Jahr 2018 klappt und wir somit Daniel ohne Werk­stat­tan­bindung auf den ersten Arbeits­markt ver­mit­teln können.

Ben­jamin L. (Holfelder Garten und Land­schafts­bau)
Von Okto­ber 2016 bis Ende April 2017 war Ben­jamin bezüglich eines Langzeit­prak­tikums bei der Firma Holfelder, Garten und Land­schafts­bau in Wies­loch beschäftigt. Ben­jamin wurde im Novem­ber 2015 in den Berufs­bil­dungs­bere­ich aufgenom­men und entsch­ied sich nach dem Ein­gangsver­fahren für das Qual­i­fizierungs­bild Garten. Ben­jamin wollte jedoch unbe­d­ingt ein Prak­tikum außer­halb der Werk­statt in diesem Bere­ich absolvieren um sich auf dem ersten Arbeits­markt zu erproben. Nach­dem ich ver­schiedene umkreis­nahe Fir­men im Garten und Land­schafts­bau akquiri­eren kon­nte, entsch­ieden wir uns gemein­sam für ein Langzeit­prak­tikum bei der Firma Holfelder. Recht schnell zeigte sich, dass Ben­jamin mit den neuen Kol­le­gen sehr gut auskommt und er dort eine sehr große Hilfe darstellt, diesen Ein­druck kon­nte ich bei meinen regelmäßi­gen Prak­tikums­be­suchen auch gewin­nen. Ben­jamin war stets sehr engagiert bei der Arbeit, seine Auf­gaben waren äußerst vielfältig, wie beispiel­sweise das Erstellen von ebe­nen Flächen mit Rinden­mulch, Schot­ter und Sand, der Umgang mit ein­fachen Trans­port­mit­tel oder das Arbeiten mit motorisierten Geräten gehörte zu seinen täglichen Auf­gaben. Nach und nach kam bei Ben­jamin der Wun­sch auf, eine Fach­w­erk­er­aus­bil­dung bei der Firma Holfelder zu begin­nen. Herr Holfelder kon­nte sich dieses Szenario auch gut vorstellen und nach lan­gen, am Ende jedoch erfol­gre­ichen Gesprächen mit dem zukün­fti­gen Kos­ten­träger, kon­nte im Sinne von Ben­jamin eine Lösung gefun­den wer­den, sodass Ben­jamin ab dem 01.9.2017 eine Aus­bil­dung zum Fach­w­erker im Bere­ich Garten und Land­schafts­bau absolvieren kann. Mich per­sön­lich freut es sehr dass Ben­jamin nun diese Chance erhält, er hat in der Zeit in der ich ihn im Berufs­bil­dungs­bere­ich, als auch in seinem Prak­tikum ken­nen­ler­nen durfte, riesige Fortschritte gemacht.

Alles Gute für die Zukunft Benny :-)

Markus H., Conny M., Jas­min B., Nicole M. (toom Bau­markt)
Seit April 2016 besteht zwis­chen dem toom Bau­markt in Wies­loch und der Leben­shilfe Wies­loch eine Koop­er­a­tion welche sich inzwis­chen so gut entwick­elt hat, dass durch anfängliche Ori­en­tierung­sprak­tika, nun vier Klien­ten unserer Werk­statt mit Auße­nar­beit­splätzen bei toom beschäftigt wer­den können.

Markus H. arbeitet seit Jan­uar 2017 bei toom im Lager. Zuerst arbeit­ete Markus zwei Monate als Prak­tikant danach gelang es uns einen Auße­nar­beit­splatz für Markus zu schaf­fen. Im hek­tis­chen Betrieb­sall­tag, der oft­mals in einem Großlager herrscht, hat sich Markus durch seine nette und ruhige Art schnell ein­gelebt. Er arbeitet täglich Teilzeit, mon­tags bis fre­itags, bei toom. Danach fährt Markus mit seinem Fahrrad zurück in unsere Werk­statt. Markus meis­tert die ihm zugewiese­nen Auf­gaben zur voll­sten Zufrieden­heit der Mitar­beiter und ent­lastet hier­bei gezielt das Fach­per­sonal. Seine Auf­gaben sind das Abladen und anschließende Ein­räu­men der angeliefer­ten Ware mit dem Hub­wa­gen, ein­sortieren und kennze­ich­nen unter­schiedlich­ster Pro­dukte, sowie die Bedi­enung der Kar­ton­a­gen­presse. Markus macht es großen Spaß bei toom zu arbeiten, er freut sich jeden Tag aufs Neue auf seine abwech­slungsre­iche Arbeit.

Im April ver­gan­genen Jahres begann Conny M. ihre Arbeit bei toom. Zuerst absolvierte sie ein mehrwöchiges Prak­tikum, danach erhiel­ten wir die Zusage für einen Auße­nar­beit­splatz. Conny arbeitet aktuell zweimal wöchentlich bei toom. Ihre Auf­gaben sind haupt­säch­lich das Ein­räu­men und Deko­ri­eren der Regale von saisonaler Ware sowie das Ver­packen und Etiket­tieren von Artikeln. Sie macht das inzwis­chen her­vor­ra­gend und ist eine große Hilfe für das Team von toom. Conny fühlt sich auf Ihrem Auße­nar­beit­splatz sehr wohl und ist von Anfang an gut im Team inte­gri­ert gewe­sen, Ihr ist es nach wie vor auch sehr wichtig den sozialen Kon­takt zu Ihren Fre­un­den in der Werk­statt zu hal­ten. Zeit dafür hat sie an den restlichen Tagen, an denen Sie in unserer Werk­statt arbeitet.

Für Jas­min B. und Nicole M. kon­nten wir zwei saisonbe­d­ingte Auße­nar­beit­splätze im Garten­bere­ich finden. Diese starteten im März (Nicole) bzw. im April (Jas­min) und gehen je nach Bedarf über eine Dauer von ca. 36 Monaten. Nicole und Jas­min arbeiten beide zweimal wöchentlich in unter­schiedlichen Hallen im Garten­bere­ich. Ihre Auf­gaben sind aber nahezu iden­tisch. Hierzu gehört für beide das Ein– und Aus­packen der Ware, das Wegräu­men sowie das Pfle­gen, Ein­tauchen und Gießen der Pflanzen. Auch wenn es jetzt durch die Früh­lings und Som­merzeit manch­mal ein biss­chen stres­sig zugeht, ändert dies nichts daran, dass sowohl Nicole als auch Jas­min großen Spaß daran haben, bei toom zu arbeiten.

Mein Dank geht an das gesamte Per­sonal von toom für ihr Engage­ment und ihre Zusam­me­nar­beit mit der Kurpfalz-​Werkstatt. Vor allem aber an die Markleiter Frau Hornig, Herr Zei­dler und Herr Stier, die sich regelmäßig Zeit für Reflek­tio­nen und den Aus­tausch mit unseren Klien­ten und mir nehmen.

Bircheta F. (Eine Welt Kinder­garten)
Seit Mai 2017 arbeitet Bircheta immer zweimal wöchentlich für einige Stun­den auf einem Auße­nar­beit­splatz im „Eine Welt Kinder­garten“ in Wies­loch. Auf­grund Birchetas Sehbe­hin­derung war es für mich ziem­lich schwierig, einen auf Birchetas Beein­träch­ti­gung passenden und abges­timmten Arbeit­splatz zu finden. Da bekan­ntlich nichts unmöglich ist, kon­nten wir gemein­sam mit dem ganzen Erzieherteam des Kinder­gartens und der Ein­rich­tungslei­t­erin Frau Mül­baier in Birchetas Ori­en­tierung­sprak­tikum den Auf­gaben­bere­ich genau so anpassen, dass Arbeit­sauf­gaben entsprechend ihrer Fähigkeiten gefun­den und fest­gelegt wur­den, und diese nun ohne Prob­leme von Bircheta umge­setzt wer­den kön­nen. Bircheta bringt viel Geduld im Umgang mit den Kindern mit und unter­stützt das Team indem Sie Auf­gaben wie das Malen und Puzzeln mit den Kindern übern­immt und durch Ihre fre­undliche und nette Art ganz schnell in die Herzen der Kinder und auch der Mitar­beiter geschlossen wurde.

Sahin D. (Wald­pi­raten Hei­del­berg)
Seit Ende Mai ist Sahin bei den Wald­pi­raten in Hei­del­berg als Helfer in der Küche beschäftigt. Die Wald­pi­raten sind eine Ein­rich­tung der deutschen Kinderkreb­ss­tiftung am Hei­del­berger Stadt­wald. Sahins tägliche Arbeit­szeit beträgt 6 Stun­den. Hier­bei arbeitet Sahin mehrmals an unter­schiedlichen Tagen im Monat. Es ist her­vorzuheben, dass Sahin einen weiten und kom­plizierten Anfahrtsweg mit Bahn und Bus zu bewälti­gen hat, aber er diesen an den Tagen an denen er in Hei­del­berg arbeitet, prob­lem­los meis­tert. Zu seinen Auf­gaben gehört das Por­tion­ieren der Speisen, das Klein­schnei­den von Gemüse und Obst, dass Wegräu­men des schmutzi­gen Geschirrs sowie all­ge­meine Reini­gungsar­beiten in der Küche. Sahin stellt im Arbeit­sall­tag eine Unter­stützung und Ent­las­tung für den Küchenchef Herrn Fen­gler dar und ist bei den Mitar­beit­ern ein beliebter Arbeitskollege.