Inklusion

Inklu­sion - das neue Zauber­wort und zurzeit in aller Munde. Für uns jedoch nichts Neues.

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Im Jahr 2014 hat die Leben­shilfe Wies­loch e.V. ihr 50jähriges Jubiläum gefeiert. Ein Teil des Jubiläumsmot­tos hieß „mit­ten­drin“, denn für die Leben­shilfe Wies­loch war es von Beginn an wichtig keine abgeschlosse­nen Son­dere­in­rich­tun­gen zu schaf­fen, die keinen Bezug zum „echten Leben“ haben, son­dern Men­schen mit Behin­derung in Wies­loch in allen Lebens­bere­ichen „mit­ten­drin“ sein zu lassen.

Von Anfang an wur­den daher unsere Ein­rich­tun­gen nicht auf der grü­nen Wiese, son­dern an den Orten gebaut, an denen sich auch die entsprechen­den Ein­rich­tun­gen für Men­schen ohne Behin­derung befinden: Die Tom-​Mutters-​Schule ist im Schulzen­trum; unser Wohn­heim, die Außen­wohn­grup­pen und die Wohnoase befinden sich ebenso in Wohnge­bi­eten wie der Kinder­garten Mor­gen­tau in unmit­tel­barer Nach­barschaft zur Sybille Merian-​Schule. Die Werk­statt liegt im Gewer­bege­biet und die Offe­nen Hil­fen sind mit­ten in der Stadt und schnell erreichbar.

Unsere Schule gehörte mit zu den ersten Schulen im Land, die Außen­klassen ein­gerichtet haben. In diesen Klassen findet seit über zwanzig Jahren und bis heute inklu­siver Unter­richt auf hohem Niveau statt. Kleine Klassen, Dop­pel– oder Dreifachbe­set­zung mit Lehrkräften in allen Unter­richtsstun­den, Unter­richt im Lehrerteam und dif­feren­zierende Unter­richtsmeth­o­den sind in unseren Außen­klassen selb­stver­ständlich. Allen Kindern, egal ob mit oder ohne Behin­derung, soll das Maß an Förderung zukom­men, das sie brauchen.

Wir haben 2001 den ersten voll inte­gra­tiven Kinder­garten Baden-​Württembergs eröffnet und sind bei der Konzep­tion unserer bei­den inte­gra­tiven Kindergärten nicht wie viele andere auf halbem Weg ste­hen geblieben, son­dern haben wirk­lich gle­iche Bedin­gun­gen für alle Kinder und alle Erzieherin­nen geschaf­fen. Es gibt bei uns weder unter­schiedliche Ferien­zeiten noch Erzieherin­nen, die nur für bes­timmte Kinder zuständig sind. Das päd­a­gogis­che Konzept ver­folgt die Idee, dass alle Ange­bote für alle Kinder gemacht wer­den und jedes Kind so daran teil­nimmt, wie es kann. Und die Kinder machen sowieso keinen Unter­schied zwis­chen „behin­dert“ und „nichtbehindert“.

Sämtliche Kinderange­bote der Offe­nen Hil­fen sind für Kinder mit und ohne Behin­derung offen und schon lange gibt es dort eine enge Koop­er­a­tion mit dem Kinder– und Jugend­büro der Stadt. Das tra­di­tionelle Abschlussfest des jährlichen Ferienspaßes wird von uns ausgerichtet.

Alle Ein­rich­tun­gen pfle­gen viele und gute Kon­takte zu „nor­malen“ Kindergärten, Schulen, Altenheimen, Musik– und Volk­shochschule.
Stadtver­wal­tung und Gemein­derat haben immer ein offenes Ohr für unsere Belange und für die Wies­locher Bevölkerung sind Men­schen, die etwas anders sind, auch dank der 100jährigen Geschichte des PZN nichts Beson­deres, son­dern inte­graler Bestandteil unserer Stadt.

Die Judoka der TSG und der Motor­rad­sport­club helfen seit vie­len Jahren selb­stver­ständlich und zuver­läs­sig bei unserem Schulfest mit.

Beim Verein „Anpfiff ins Leben„ gibt es inzwis­chen eine gemein­same Fußball­gruppe, die Kinder unserer Ferien­be­treu­ung haben dort einen Bar­fußp­fad angelegt und Helfer von „Anpfiff ins Leben“ haben den Grillplatz der Offe­nen Hil­fen neu gestaltet.

Die Kurp­falz Werk­statt ist mit der Garten– und Land­schafts­bau in der ganzen Umge­bung bei Pri­vatleuten und Fir­men unter­wegs, betreibt die Mensa hier im Otthein­rich Gym­na­sium und das Café Kanapee ist ein Tre­ff­punkt vieler Wies­locher, die sich mit­ten in der Stadt von unseren fre­undlichen Beschäftigten mit und ohne Behin­derung ver­wöh­nen lassen.

Men­schen mit Behin­derung sind selbst Mit­glied unseres Vere­ins und gestal­ten als SMV, Werkstatt-​, Wohn­heim– oder Behin­derten­beirat das Leben in unseren Ein­rich­tun­gen und im Verein aktiv mit.

Man sieht, lange bevor das Schlag­wort „Inklu­sion“ zum Mode­be­griff wurde, haben wir vieles davon in Wies­loch still und leise ein­fach schon gelebt und wer­den es in Zukunft noch weiter ausbauen.